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Häufige Fragen

 

Diese Auflistung der häufig gestellten Fragen samt ihren Antworten soll Ihnen Orientierung geben und bei einer allfälligen Entscheidung für das HPV nützlich sein.
 

„Was ist der Unterschied zur Hippotherapie?“ Die Hippotherapie ist eine physiotherapeutische Maßnahme, welche vom Hausarzt verordnet werden kann (d.h. bei entsprechender Indikation übernimmt die Krankenkasse die Kosten). Durch den Einsatz des Pferdes (vorwiegend im Schritt) werden Haltungsschäden und Bewegungsauffälligkeiten verbessert; Zielgruppe sind v. a. Personen mit Erkrankungen bzw. Auffälligkeiten des Stütz- und Bewegungsapparates. Die Hippotherapeutin ist eine ausgebildete Physiotherapeutin mit Zusatzausbildung beim Österreichischen Kuratorium für Therapeutisches Reiten/Sektion Hippotherapie. Beim Heilpädagogischen Voltigieren handelt es sich um eine heilpädagogische, psychologische, rehabilitative und soziointegrative Maßnahme mit Hilfe eines speziell ausgebildeten Pferdes. Diese Therapie ist besonders geeignet für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen, Lernschwächen, Sprachschwierigkeiten oder psychischen Problemen. Je nach Indikation erfolgt über das Pferd eine individuelle Förderung, mittels einer Einzeltherapie oder in der Gruppe, nur im Schritt oder auch in schnelleren Gangarten. Die Voltigiertherapeutin hat eine abgeschlossene Berufsausbildung im sonder-, heilpädagogischen oder psychosozialen Bereich sowie eine Zusatzausbildung beim Österreichischen Kuratorium für Therapeutisches Reiten/Sektion Heilpädagogisches Voltigieren/Reiten.

 

„Übernimmt die Krankenkassa die Kosten für das Heilpädagogische Voltigieren?“ Üblicherweise nicht. In Ausnahmefällen ist es Eltern schon gelungen einen Kostenersatz zu bewirken. Meist ist dies bei den sog. kleinen Kassen der Fall. Ein Empfehlungsschreiben der durchführenden Voltigiertherapeutin oder zuweisenden Psychologin kann dabei hilfreich sein.

 

„Welche Möglichkeiten der Kostenübernahme gibt es noch?“ Für Kinder aus NÖ gibt es die Möglichkeit beim Amt der NÖ Landesregierung (Gruppe Gesundheit und Soziales, Abteilung Soziahilfe) um eine Förderung anzusuchen. Im Normalfall werden ca. 50 % der Therapiekosten für ein Jahr übernommen. Kinder aus Wien haben diese Möglichkeit leider nicht; bei echter Bedürftigkeit bleibt hier nur mehr der Weg, privat um Unterstützung zu bitten (Firmen, Licht ins Dunkel, etc.)

 

„Benötigt mein Kind für das Heilpädagogische Voltigieren (HPV) Reitbekleidung?“ Nein! Wenn Sie als Elternteil oder Ihr Kind jedoch großen Wert darauf legen, ist es durchaus möglich mit Reithose zum HPV zu kommen. Lediglich Stiefel sind unpassend (außer bei Regenwetter), da sie bei Übungen und Aktivitäten auf dem Pferderücken hinderlich sein können.

 

„Benötigt mein Kind für das Heilpädagogische Voltigieren (HPV) einen Helm?“ Nein! Obwohl ein Helm als Kopfschutz grundsätzlich sicherlich sinnvoll ist, ist er m. E. gerade bei Entspannungsübungen (z.B. Hinlegen) eher hinderlich und stört oft den Kontakt zum Pferd. Außerdem arbeite ich fast immer mit einer Pferdeführerin od. Assistentin, so dass das Risiko eines Sturzes sehr minimiert werden kann. Wenn Sie als Elternteil oder Ihr Kind jedoch großen Wert darauf legen, ist es durchaus möglich mit Helm zum HPV zu kommen.

 

„Warum Voltigieren und nicht Reiten?“ Dies hat mit der zugrunde liegenden sportlichen Ausbildung der durchführenden Fachkraft zu tun: Ist dies der Voltigierwart, so ist man berechtigt Heilpädagogisches Voltigieren anzubieten, ist dies der Reitwart, so ist es das Heilpädagogische Reiten. Gerade für sehr junge Kinder oder stark beeinträchtigte Menschen ist der Voltigiergurt mit seinen beiden Haltegriffen besser geeignet als ein Sattel. Außerdem ist der Kontakt zum Pferd inniger, die Bewegungen und die Wärme des Fells können besser gespürt werden, wenn lediglich eine Decke und ein Gurt auf dem Pferderücken liegt anstatt eines festen Sattels. Für die meisten Kinder bzw. auch viele Eltern ist dieser Unterschied jedoch wenig relevant. Sie verbinden das Sitzen auf dem Pferderücken mit dem Begriff „Reiten“.

 

„Was muss ich sonst noch beachten?“ Eine Therapie mit Tieren, insbesondere mit Pferden birgt immer eine gewisse Gefahr. Unsere speziell ausgebildeten Pferde und der verantwortungsvolle Umgang mit Mensch und Tier, sowie die Arbeit mit Pferdeführerin reduziert ein mögliches Unfallrisiko auf ein Minimum. Dennoch kann das Tierrisikos nie ganz ausgeschaltet werden; dessen sollten Sie sich bewusst sein.
 
Weiters ist es sinnvoll, mittels einer FSME-Impfung sowie einer Tetanus-Schutzimpfung vorzubeugen, da wir uns unter freiem Himmel, oft am Waldrand oder in der Wiese bewegen.  
Im Sinne der Qualitätssicherung ist es mir noch ein besonderes Anliegen darauf hinzuweisen, dass alle Fachkräfte des Österreichischen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten/Sektion Heilpädagogisches Voltigieren/Reiten über ein Diplom und eine Tafel verfügen, die ihre Qualifikationen in diesem Bereich bestätigen (siehe offizielles Logo unten rechts). Scheuen Sie sich nicht danach zu fragen oder wenden Sie sich im Zweifelsfall an das Österreichische Kuratorium (www.oktr.at).